/xmlTexte/ von R.E.Dick : eine Weihnachtsgeschichte

/>Ankreuzen/   /Texte/   />Impressum/  

Kerzenbild eine Weihnachtsgeschichte

Oh, ich hab da 'was entdeckt!

  • Ein wenig, ja schon lange habe ich überlegt, was da noch war, als Jesus geboren wurde und Gott Mensch wurde. Irgendetwas Besonderes hatte es damals gegeben, etwas, was vielleicht kaum jemanden aufgefallen ist. Nun habe ich etwas entdeckt, es ist eine ganz neue Weihnachtsgeschichte, ja es ist eine Weihnachtsgeschichte, die weit über Weihnachten hinausreicht bis in unsere Zeit, eine Geschichte, die Gott menschlich erscheinen lässt, eben so wie er damals als Mensch erschienen ist. Eine wunderbar neue Weihnachtsgeschichte ist es und ich will sie erzählen, ich will, dass viele sie erfahren, darum ladet auch ihr, seine Freunde und Sie, lieber Leser, viele, ja alle ein, damit diese neue Weihnachtsgeschichte gehört und, oder gelesen wird. Es lohnt sich sicherlich. Und es ist eine ganz neue Art von Weihnachtsgeschichte, es gibt da wirklich noch etwas zu entdecken, wieder zu entdecken. Ja, ich will neugierig machen und einladen und ich weiß, diese Geschichte von Weihnachten ist eine ganz besonders schöne Erzählung. Ich weiß, viele werden dieser Geschichte zustimmen und sagen, dass wird so gewesen sein und wenn diese Geschichte auch erfunden ist, diese geheimnisvollen Botschaften finden die Menschen heute wie damals in der Heiligen Nacht. Und wenn sie auch unscheinbar sind, ihren Glanz habe sie gestern wie heute:
  • Die Tränen Gottes sind
    Tränen der heiligen Nacht,
    Tränen der Weihnacht.

  • Im Wirtshaus wohnte Sara bei ihren Eltern, Achim und Maria und ihren Geschwistern. Sara war mit ihren neun, fast zehn Jahren die Jüngste und sie war heute aus ihrem Zimmer aus und mit ihren Schwestern Maria und Ruth auf ein Zimmer gezogen. Auch ihre Brüder Achim und Simon hatten zur Zeit keine eigenen Zimmer mehr. Das lag an der Volkszählung, die eben gerade hier in Bethlehem stattfand. Viele kamen von außerhalb, um sich hier in die Listen eintragen zu lassen, wie es angeordnet worden war und davon profitierten die Wirtsleute, wie ihre Eltern gerne. Die Gaststube war voll und auch die Zimmer alle belegt, und damit eben so viele wie möglich eine Unterkunft fanden und ihre Eltern daran verdienen konnten, wurden auch noch die Zimmer der Kinder vermietet.
    Dass hier im Wirtshaus so viel los war, das war schon ungewöhnlich genug, doch dann hatte Sara etwas besonderes beobachtet. Draußen dämmerte es schon, als ein ungewöhnliches Paar vorbei kam. Eine sehr junge schwangere Frau mit einem älteren Ehemann. Dass die Frau schwanger war, erkannte selbst Sara sofort, auch wenn sie damit noch nicht viel Erfahrungen hatte. Sie baten um eine Unterkunft. Sie waren sehr freundlich und ganz zuversichtlich schienen sie zu sein. Saras Vater erklärte ihnen dann, dass selbst in der Gaststube kein Platz mehr frei ist und dass er viel zu viel zu tun habe und nicht wisse, wie er denn da noch helfen könne.
    Und die bettelten ganz höflich weiter und wurden schon immer bescheidener, bis plötzlich Saras Mutter dazwischen fuhr und ihrem Mann Vorwürfe machte: „Was hältst du dich so lange mit diesen Leuten auf. Wir haben doch wirklich genug zu tun. Siehst Du nicht, dass es besser ist diese Leute weg zu schicken und dass wir keinen Platz für sie haben. Wenn, die irgendwo in der Stadt bleiben wollen, dann sollten sie sofort woanders suchen.“ Das Paar ging also weiter und Sara sah ihnen nach.
    Sara ging zu ihren Eltern und fragte: „Warum habt ihr sie weggeschickt?“ „Kind“, sagte die Mutter: „Du hast ja keine Ahnung. Möglicherweise bekommt die junge Frau gerade heute ihr Kind! Und wir haben wirklich zu viel zu tun, uns auch darum noch zu kümmern. Außerdem ist kein Zimmer mehr frei und sie in einen Winkel oder eine Kammer oder in den Keller zu stecken, da finden die woanders bestimmt etwas Besseres.“ Trotzdem war Sara beunruhigt. Beide waren so sehr vertrauenerweckende Gestalten. Sara war also besonders aufmerksam an diesem Abend.
    Schräg gegenüber, etwa hundert Meter weiter war die Herberge, dorthin hatte Sara das Paar gehen sehen. Der Wirt war ein sehr freundlicher Mensch mit einem Sinn auch für arme Leute. Weil er gutmütig war fanden auch die Ärmsten bei ihm eine Unterkunft. Sara schaute also, ob das Paar dort ein Unterkunft erhalten werde.
    Einige Leute in der Gaststube waren von dort gekommen und erzählten, dass der Wirt schon viel zu viele Leute aufgenommen habe. Und tatsächlich nach einiger Zeit zog das Paar von dort weiter. Sara bemerkte auch ihren Freund, den Sohn des Herbergsbesitzers, der das Paar die Straße entlang begleitete.
    Dann schien erst einmal alles wie immer zu sein. Sara wurde von einem Ort zum anderen geschoben, überall war sie im Weg. In der Gaststube durfte sie nicht helfen, da war sie zu ungeschickt und außerdem wollten ihre Eltern sie vor den rohen Sitten der Gäste fernhalten. In der Küche stand Sara auch immer wieder im Weg und auf dem Zimmer hocken war langweilig. Sara sah aus dem Fenster auf die Häuser und Straßen, die Sterne leuchteten besonders hell und es war laut, es war einfach viel zu viel los in der Stadt. Hoffentlich, hoffentlich, dachte Sara, hoffentlich geht es ihnen gut. Sie dachte daran, wie es wohl sei, wenn eine Frau ein Kind bekommt. Sara hatte zwar schon viele Babys gesehen, aber bei einer Geburt war sie nie dabei, war sie doch auch die Jüngste der Geschwister. Irgendwann war Mutter gekommen und ordnete an, dass sie ins Bett gehen solle.
    Doch auch im Bett lag Sara lange wach und als sie plötzlich, ihre Schwestern waren auch schon im Bett, zu dösen begann, glaubte sie eine Flöte zu hören, eine Flöte, wie sie die Hirten oft spielen. Sara schlich ans Fenster und sah weiter draußen ein paar Lichter bei den Ställen sich auf und ab bewegen. Waren es also doch die Hirten. Da kam einer mit einer Fackel gelaufen. Es war Juda, ihr Freund der Sohn des Herbergsbesitzers. Sie erkannte seinen Schritt, die Art wie er lief und seine Stimme, die nun mitten in der Nacht leise zu vernehmen war: „Ein Kind,- im Stall,- ein Kind!“
    Sara zog sich leise an. Dann schlich sie sich aus dem Zimmer. Ihre Schwestern schliefen schon, es war auch ein anstrengender Tag für Sie gewesen. Die vielen Gäste, da hatten sie alle irgendwo mitzuhelfen. In der Stube unten waren noch Stimmen. Doch Sara hatte es schon oft geübt sich davon zu schleichen. Bei fünf älteren Geschwistern war das einfach notwendig, dass sie sich davon stehlen konnte. Sara lief also vorsichtig aus dem Haus und schlich an den Häusern vorbei. An der Herberge stand draußen Juda, ihr Freund, mit einer Fackel. Er war schon zwölf und durfte schon vieles und besonders nett war er auch. Sara flüsterte ihm von der anderen Straßenseite zu: „He, Juda! Was machst Du hier draußen.“
    „Sara, was machst du hier?“ fragte er. „Ich kann nicht schlafen und ich will wissen was da los ist?“ „Was soll denn schon sein? Da hat halt eine junge Frau bei uns oben im Stall ein Kind bekommen! Der will ich ein paar Tücher bringen und etwas zu essen und zu trinken.“
    „Nimmst Du mich mit, bitte?“ bat Sara. „Wenn ich nur wegen dir keinen Ärger kriege! Schnell versteck dich!“ rief er ihr zu. Sara verbarg sich hinter einem Mauervorsprung. Sie sah wie eine seiner Schwestern ihm einen Korb gab und dann kam die Mutter und gab ihm ein kleines Päckchen. Juda sprach noch mit seiner Mutter, bis die dann plötzlich verschwand. Juda ging ein paar Meter, dann drehte er sich um und winkte ihr, so dass Sara hervor kam. „Los komm!“ sagte Juda leise: „Beeil dich! Sonst krieg ich gleich wirklich noch Ärger.“ Eh Sara etwas sagen konnte, hatte er ihr schon das kleine Päckchen übergeben. Es war wohl Stoff, einige Tücher darin. Juda nahm nun den Korb und in der anderen Hand seine Fackel und sie gingen los.
    Als sie jenseits der Häuser angekommen waren, begann Juda zu erzählen: „Weißt du, Sara, so etwas hab' ich noch nicht erlebt. Ich meine, es ist etwas ganz besonderes, ja. - Da hast Du Glück gehabt, meine Mutter wollte schon mitkommen, aber ich habe ihr erklärt, dass ich das schon schaffe und dass die Hirten mit ihren Frauen, das ist schon verrückt genug, gekommen sind und der Mutter und dem Kind helfen. Ich hab Mutter versprochen, wenn die ihre Hilfe brauchen, hol ich sie. Unsere Herberge ist ja auch übervoll und da hat Mutter eben dort zu sein. Sie will dann gleich morgen am Tag hingehen. Wie Frauen so sind, bei kleinen Kindern sind sie eben besonders neugierig. Du ja auch. Die Hirten haben so eine komische Geschichte erzählt, warum sie zum Stall gekommen sind. Ich sag dir, da ist irgendwas besonderes mit diesen netten Leuten. Und es ist ein schönes Kind. Ein Junge, was sonst.“
    Bis hierhin war Sara noch nicht zu Wort gekommen und außerdem hatte Juda einen Schritt drauf, dass sie Mühe hatte mitzukommen. Er schien ihr angetrieben zu werden und das bestärkte in Sara das Gefühl der Neugier. Nun war es auch schon nicht mehr weit. Sara hätte gerne etwas gefragt oder gesagt, doch immer wenn sie ansetzte, bemerkte sie, dass sie ihre Luft braucht um mit Juda mitzuhalten. Manchmal fing sie schon fast an zu laufen. Ein paar Sprünge tat sie alle mal hinter Juda her, so dass sie ganz unregelmäßig ging und das brauchte einiges an Puste. Sara wagte es außerdem nicht Juda anzuhalten oder zu bremsen, war sie doch froh, dass er sie mitnahm.
    Draußen bei den Ställen waren die Schafe und die Hirten, ein Feuer war auch da, wo die Hirten sich wärmten. Bethlehem hatte einige Hirten zu dieser Zeit, für viele waren die Schafe und einige wenige Ziegen und Rinder ihr Lebenseinkommen. Juda schritt unerschrocken an den Schafen vorbei und Sara eben hinterher. Manchmal waren die Schafe Sara ein wenig groß, wenn die auch friedlich waren, so war Sara eben doch erst neun Jahre und voller Hoffnung noch zu wachsen.
    „Da! Da ist es,“ sagte Juda und er zeigte auf den Stall ganz hinten an der Felswand. Ein paar Meter noch. Auch vor dem Stall standen ein paar Leute, Frauen, Hirten und auch ein paar Kinder. Die Hirten hatte ihre Kinder mitgebracht. Und Sara war froh, dass auch andere Kinder da waren.
    „Das ist unser Stall,“ sagte Juda und er klopfte einmal an der Tür. Als er die Stalltür öffnen wollte, und sie ein wenig aufzog stellte er sich wie ein großer Bruder vor Sara auf und sah sie an. „Sei jetzt bitte ganz leise! Mach mir bloß keinen Ärger. Das sind ganz nette Leute da drinnen. Am besten du sagst jetzt nichts! Ist das klar!“
    Juda nahm nun den Korb, den er abgestellt hatte und ging hinein. Dann ließ er Sara an sich vorbei, die gleich hinter der Tür erst einmal stehen blieb. Die Augen der Leute waren auf sie gerichtet und auf Juda. Da war diese Frau, an der Krippe sass sie auf dem Stroh, sie war blass, schaute aber sehr gütig auf Sara. So wie Sara sie schon am späten Nachmittag erlebte, machte die Frau einen wundersam freundlichen Eindruck. In einer Ecke an einer Seite erhob sich nun dieser Mann und machte ein paar Schritte auf Sara zu. Juda hatte Mühe die Tür wieder zu schließen. In der einen Hand hatte er noch die Fackel, den Korb stellte er wieder ab, doch mit der einen Hand war das nicht so einfach. Der Mann ging nun direkt auf Sara zu und Sara hielt den Atem an, blickte zu dem Mann empor, der sie und auch Juda nun begrüßte:
    „Schalom“, sagte er und: „Schalom, Juda.“ Dann bückte er sich und hob den Korb auf, den Juda hingestellt hatte.„Schalom“, grüßte auch Juda und nun hatte auch Sara den Mut und sagte leise: „Schalom!“ Ja, alle sprachen leise und feierlich.
    Auch die Frau grüßte und eine Hirtenfrau und ein alter Mann, wohl auch ein Hirte. Alle waren freundlich und höflich. Der Mann machte nun Juda auf seine Fackel aufmerksam und Juda löschte die Fackel. „Hast du deine Schwester mitgebracht?“ fragte der Mann leise. Juda antwortete: „Das ist Sara!“ „Schalom Sara!“ begrüßte er Sara noch einmal und forderte sie mit einem Zeichen auf mitzukommen. Er ging mit Sara zu seiner jungen Frau hinüber, die anderen standen hier alle bei der Futterkrippe. Er flüsterte seiner Frau wohl ihren Namen zu. „Danke Sara!“ sprach die jung Frau leise und sie nahm ihr das Päckchen mit den Tüchern ab. Sara wusste nicht, was sie sagen sollte, sie schaute die junge Frau an bis diese ihr sagte: „Ich heiße Maria! - Schau und da ist das Kind.“
    Die Frau zeigte zur Futterkrippe, wo die Hirtenfrau und der alte Mann standen und wohl in diese Krippe hineinsahen. Nun kam auch Juda hinzu und er machte sich klein, hockte sich auf ein Knie und verneigte sich vor der jungen Frau. Juda stieß Sara nun kurz an und lenkte sie zur Krippe. Als sie nun an der Krippe in diese hineinsehen konnte, da sah sie das Kind, ein Baby, ein ganz kleines Menschenkind. Es war dürftig in ein paar Tücher gewickelt und lag hier auf dem Stroh. Es sah zufrieden aus und es drehte den kleinen Kopf. Die Augen blinzelten ein wenig und glänzten und dann lief eine Träne aus dem rechten und eine aus dem linken Auge. Sara sah Juda neben sich an und zeigte auf die Tränen, die sie entdeckte. Sie brauchte gar nichts sagen. Juda verstand ihre Gedanken: Siehst du seine Augen, siehst du die Tränen, warum weint denn das Kind. Es sieht zufrieden aus aber es weint. Und in den Tränen und den feuchten Augen lag ein wundersamer Glanz und Sara staunte und verlor sich darin, in den Augen und den wundersamen Tränen eines kleinen Kindes, wie sie es noch nie gesehen hatte. Sie dachte an die Tränen die sie kannte und sie erinnerte sich an den Glanz in den Augen bei den Menschen, an die Tränen der Freude und des Glücks und die Trauer der Menschen. Es wird ein gutes Herz haben dieses Kind, denn es weint, dachte sie. Und Sara spürte wie auch ihre Augen feucht geworden waren. Ja, das war etwas ganz besonderes, das hatte sie gespürt, die Tränen des Kindes haben sie angerührt. Der feierliche Stall, die Ruhe, die Stille, das Licht einer Laterne, der Mann, die liebe Frau, ein Baby, ein ganz kleines Kind und diese Tränen: was hat das nur zu bedeuten?

  • Saras Geheimnis

  • Als Sara am kommenden Morgen aufwachte, weil ihre Schwestern aufstanden und mal wieder laut waren, dachte sie einen Moment, sie hätte nur geträumt. Sie hatte nun ein großes Geheimnis und war in aller Stille aufgestanden, faltete die Hände. Still sprach sie nur wenige Worte: Großer Allmächtiger, Ewiger, König der Welt, und legte ihr ganzes Vertrauen, ihre Hoffnung, Sehnsucht und Zuversicht mit hinein.
  • Ruth sagte ihr, während die Schwestern etwas zum Frühstück organisierten: "Du räumst hier das Zimmer auf und schaust auch noch mal über den Flur und die Treppen."
  • Sara nickte nur, sie war ganz still und tief in sich versunken, dachte sie über den Traum nach: Das Kind und manche magisch klingende Worte, die sie in diesem Stall aufgeschnappt hatte. Hatte doch die junge Frau, die sich Maria nennt von ihrem Kind gesagt: "Er ist Gottes Sohn." Jede männliche Erstgeburt gehört dem Herrn, davon hatte Sara schon gehört. Die Hirten hatten gesagt, er ist ein wahrer Hirte, denn er ist in einem Stall der Hirten geboren. Die junge Frau hatte Sara an die Schulter gefasst, andere hatten sich an die Krippe gedrängt, um das Kind zu sehen. Ja, diese Maria hatte Sara gebeten nach Hause zu gehen. Und dann war Juda da und spielte den großen Bruder und nahm Sara mit und brachte sie bis vor die Haustür. Sara war einfach hinein geschlichen und hatte sich wohl still ausgezogen und schlafen gelegt, doch daran konnte sie sich nicht wirklich erinnern.
  • Sara war innerlich sehr glücklich und verrichtete ihre Aufgaben mit einer großen Gelassenheit. Hin und wieder sah sie aus dem Fenster. Es war viel los in den Gassen, wegen der Volkszählung.
  • Am frühen Nachmittag ließ die Mutter durch ihre Schwester Maria, Sara zu sich kommen, um sie zu den Ställen zu einem Neugeborenen zu schicken und ihr eine Knolle und Wurzel und einen Gruß mitzugeben. Die Mutter von Juda war gekommen und wollte hingehen, und da wollten ihre Eltern nicht nachstehen und mit einer kleinen Gabe dem Paar und der jungen Frau zum Erstgeborenen Sohn gratulieren. Da ihre Mutter die anderen der Familie nicht entbehren wollte, so sollte Sara mitgehen.
  • Judas Mutter drängelte schon auf der Straße, während die Mutter Sara noch mal einschärfte, die Wurzel nicht selber zu essen, sie ist gut als Gemüse und zum Tee, etwas beruhigend und sollte der jungen Mutter gut tun und sie stärken. Auf dem Weg zu den Ställen der Hirten erfährt Sara, dass Juda seiner Mutter verraten hatte, dass Sara in der Nacht mit dabei war. Sara wusste daraufhin nicht, was sie alles sagte. Sie schwärmte plötzlich von dem Kind und der jungen Mutter. Es war Sara, als ob hier Gott bei den Menschen wohnt. Zwei Hirtenfrauen und ein paar Kinder kamen ihnen entgegen, sobald sie erblickt wurden. Die Frauen kannten sich gut, schließlich arbeiteten die Hirten ja auch für die Gasthöfe in der Stadt, hüteten deren Vieh und betreuten deren Stallungen. Alle sprachen aber in einem Flüsterton und sehr behutsam. Sie sprachen von der glücklichen jungen Familie und dem Sohn, und wundersamen Ereignissen. Der Mann war zur Zeit nicht da, sondern bei der Zählung und versuchte ein anderes Quartier für die Familie zu finden. Sie würden ein paar Tage bleiben, hieß es auch weil die junge Frau erst ausgeruht und kräftig sein sollte. Für ein Zimmer würde der Mann auch seine Arbeitskraft anbieten. Im Stall angekommen hat Maria ihren Sohn auf dem Arm. Als Sara ihr die Wurzelknolle reichen wollte, nahm eine Hirtenfrau sie ihr ab und erklärte, sie würde von den zarten Blattspitzen einen Tee kochen und später damit ein Gemüse zubereiten. Die Hirtenkinder zwei Mädchen zogen Sara aus dem Stall zu sich und nahmen ein paar Strohpuppen und wollten Sara ihre Spielideen zeigen. Doch Sara sollte ja sofort wieder nach Hause und da kam Judas Mutter auch schon und winkte Sara hinter sich her.
  • Sara beobachtete alles ganz genau und war sehr neugierig. Sie erfuhr bald von Juda, dass ein Bruder der Herbergsmutter, also ein Onkel von Juda, die junge Familie bei sich aufnahm. Das war nur drei Gassen weiter. Dafür half der Mann der jungen Familie bei Arbeiten an einer Brücke. Sara war oft am Fenster und schaute in die Richtung oder streifte durch die Gasse, wo die Familie wohnte. Juda und vielen anderen war ihre Neugier nicht verborgen geblieben. Drei Tage später kamen wohlhabende Reisende in der Nacht von Jerusalem und suchten ein neugeborenes Kind, einen Jungen. Sie erzählten, ein Stern habe ihnen den Weg gewiesen, es sei ein König geboren worden. Juda war hier sehr aufdringlich gewesen und hat die Männer zur jungen Familie in das Haus seines Onkels geführt.
  • Sara erfuhr erst davon als diese drei Männer, es waren gerade erst die Scharen der Volkszählung aus Bethlehem verschwunden, sich im Gasthof einquartierten. Mitten in der Nacht gab es eine große Unruhe, doch Saras Mutter wollte sich dieses Geschäft nicht entgehen lassen. Sara staunte über die Fremden aus fernen Ländern, sie waren so ganz anders gekleidet, vornehm und wohlhabend, obwohl einer auch etwas wie ein Abenteurer aussah. Sie hatten zum Teil sogar noch Begleitung, zumal zwei von ihnen einen Sklaven oder Diener mitgebracht hatten. Der eine Mitreisende war ein Kämpfer, Soldat.
  • Sara hatte sich angeschlichen, eigentlich mochte es ihre Mutter nicht, doch als Sara zeigte, dass ihre jemand ein paar kleine Münzen gegeben hatte, ließ die Mutter sie gewähren. Einem der edlen Männer viel die Neugier des Kindes auf und er winkte sie zu sich. Sie solle doch mal erzählen, warum sie so neugierig sei. Sara erklärte, sie habe die Männer von dem Kind sprechen hören.
  • Da wollten die Männer hören, was Sara denn darüber weiß und da staunte ihr Vater nicht schlecht über den Geschäftssinn des Kindes, als Sara die Hand aufhielt. Der Abenteurer gab ihr eine große Goldmünze und Sara sah ihn mit großen Augen an. Dann wendete sie sich dem anderen zu, der sie gefragt hatte und erzählte, wie das Paar in die Stadt kam und in jener Nacht das Kind wohl im Stall geboren wurde, sie erzählte von ihrem Freund Juda, und dass sie selber die Gelegenheit hatte, das Kind im Stall zu sehen und die wunderbaren Dinge, welche die Hirten erzählten. Sara bemerkte gar nicht, wie sich in ihren Bericht am Schluss immer mehr Engel in ihre Erzählung schlichen. Weil die Hirten sagten, Engel seien ihnen erschienen, waren mit der Geburt des Kindes für Sara überall Engel.
  • Sara wusste, dass ihr Vater sehr gut aufgepasst hatte. Er sah auch, dass Sara neben einem Schmunzeln auch eine Silbermünze bekam und Sara lief zu ihm hin und wollte ihm ihre Münzen geben. Doch sein Wink war klar. Da Sara nicht wusste, wo sie mit den Münzen hin sollte, legte sie diese auf den Tresen, denn ihr Vater wieß sie stillschweigend an, einen kleinen Krug Wein, den Herren zu bringen. Sara brauchte dazu beide Hände und war sehr vorsichtig, sie war froh, als der Edle Mann an der Tischecke ihr den Krug abnahm. Sie bedankte sich.

  • Fortsetzung folgt...

  • Und dann ist da noch etwas, was er mitgebracht und was das Leben so vieler Menschen veränderte:
  • Seine Stimme
  • Am Anfang in der Krippe, waren es noch nicht seine Worte, denn auch er lernte erst zu sprechen wie ein Mensch. Und doch schon mit der Geburt begann auch er seinen Mund aufzutun und die Stimme zu erheben. Jesus, das Kind schrie. Und waren es auch keine Worte so verstand seine Mutter ihn doch.
  • Ich habe Hunger! Ich will leben. Hier bin ich!
  • Worte brauchte er da nicht, um deutlich werden zu lassen...
  • />Kontakt/Impressum & ! Haftungsausschluss !
    X