/xmlTexte/ von R.E.Dick : Zauberwald

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offenes Buch Zauberwald

  • "Hallo Mama, sieh mal da: Der Mann da, hast du gesehen, was der Mann da hat. Der hat Pilze gesammelt."
  • Das Mädchen war angehalten, der junge Mann mit seinem Beutel drehte sich um. Das Mädchen saß auf seinem Kinderfahrrad. Die Mutter ging hinter ihr her. Das Kind war etwas voraus gefahren.
  • "Ja richtig", rief der Mann zurück an der Frau vorbei zu dem fremden Kind. Er hielt den Daumen hoch und hob den Beutel mit der anderen Hand ein wenig an.
  • Da trafen sich auf diesem Weg die Blicke des Mannes und des Mädchens. Die Blicke des Mädchens fragten: "Na, und wo hast du die her, wo kommst du her?"
    "Aus dem Zauberwald", antworteten seine Augen. "Nur ein paar Meter weiter links, ein unscheinbarer Weg und schon bist du dort," sprach er halblaut.
  • Die Mutter des Kindes lehnte an der Linie, welche die Augen des Fremden mit dem ihres Kindes verbanden, und mit ihrem Kind folgte sie dieser Linie und so bogen sie ein paar Meter weiter einfach mal links ab, und kamen auf jenen wundersamen Weg. Es würde ja nur ein oder zwei Schritte brauchen, um wieder auf den bekannten Weg zurückzugehen.
  • Da raschelte ringsherum der Wald, die Büsche verschoben sich, Äste wurden zur Seite gedrückt und es erschienen dünne lange Wichte mit dünnen Stöcken in den Händen, sie kamen von allen Seiten. Die Haare waren zottelig wie Moos, die Körper waren wie mit Laubblättern geschuppt. Es waren 30 Wichte, die so dicht herankamen, dass sie die Mutter mit ihrem Kind bedrängten.
  • "Mama? Was wollen die?" fragte das Mädchen auf ihrem kleinen Kinderrad, die dicht neben sie gerückte Mutter.
  • "Lasst uns in Ruhe! Was wollt ihr?" fragte die Mutter. "Wir haben euch gefunden! Und weil wir euch gefunden haben, wollen wir euch behalten, mit nach Hause nehmen!" antwortet einer dieser Wichte, der auffälliger Weise ein Zentimeter größer war als alle anderen und all die anderen, waren alle genau gleich groß. Und alle flüsterten: "Behalten." Und weil alle es flüsterten, war es deutlich zu hören und hörte sich sehr bedrohlich an.
  • "Keine Angst", sagte der lange Wicht: "So lange die Sonne scheint sind alle im Zauberwald freundlich. Deshalb werden wir euch gleich mitnehmen, damit der Wald euch verzaubern kann. Ist das nicht schön? Ich bin Mesch der Größte. Und das sind die anderen Grenzwächter des Stammes der 9. Laubwächter. Und wer seid ihr?"
  • "Ich bin Lara und das ist meine Mama!" sagte das Mädchen flink: "Wir sind auf dem Weg um Oma und Opa zu besuchen!" "Wir gehen ein paar Meter zurück und dann werden wir den gewohnten Weg weitergehen!" mischte sich die Mutter ein. "Nein!" rief der Chor der Wichte.
  • "Das geht nicht!" sagte Mesch: "Wochen und Monate werden alle Grenzen des Zauberwaldes kontrolliert! Und es ist nicht gelungen Fremde oder Eindringlinge zu finden! Ihr seid also etwas ganz besonderes, und darum bringen wir euch zu unserem Volk der Ems. Wir die Ems sind Grenzwächter und vom Stamm der 9. Laubwächter und wir werden geehrt und gefeiert werden, weil hier mal was los ist, weil wir euch gefunden haben. Ihr bringt zwar die Ordnung im Zauberwald etwas durcheinander, aber hier entstehen so Abenteuer und zauberhafte Geschichten. Wir freuen uns auf euch. Und nun los. Folgt uns. Wir gehen mit drei Ems voraus, der Rest von uns dreißig wird neben und hinter euch gehen. Versucht besser nicht wegzulaufen, denn der Wald ist gefährlich und wir müssten von unseren spitzen Ruten Gebrauch machen. Das mag kitzeln, kann aber auch weh tun."
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